Animationen

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Sie sind ein hoch geschätztes und gleichzeitig verfluchtes Mittel des Webdesigns, doch welchen Ursprung haben Animationen eigentlich? Was steckt hinter den grellen, blinkenden Bannern?

Der Begriff Animation ist ein sogenannter Latinismus, er ist also direkt aus der lateinischen Sprache entlehnt. Latinismen sind in der deutschen Sprache sehr weit verbreitet und sind häufig derart in Fleisch und Blut der Sprecher übergegangen, dass diese den Ursprung der Wörter in einer anderen Sprache gar nicht mehr wahrnehmen.

Das Wort Animation leitet sich vom lateinischen Wort „animare“ ab und bedeutet ursprünglich, etwas oder jemanden „zum Leben erwecken“. Zwei unterschiedliche Wortverwendungen haben sich im Deutschen etabliert. Das Verb „animare“ wird aufgrund seiner Ursprungsbedeutung sehr gern für die Benennung von Angeboten beziehungstherapeutischer Arbeit genutzt. Das eingedeutschte Substantiv „Animation“ hingegen bezieht sich seltener auf Menschen, eher auf Sachen, und wird als Bezeichnung für bewegte Bilder verwendet. Dabei werden aus Einzelbildern Bewegungsabläufe konstruiert, die ganz unterschiedliche Qualitätsstufen erreichen können. Inzwischen sind Illusionen möglich, die von der Realität kaum zu unterscheiden sind.

Diese Art der Darstellung dient vor allem der Unterhaltung. Aus vielen einzelnen Bildern werden Trickfilme, Fernsehfilme und Kinofilme produziert. Darüber hinaus lassen sich auf diese Art und Weise sehr gut Vorgänge visualisieren, die außerhalb der menschlichen Wahrnehmung liegen oder mit den menschlichen Sinnen nicht erfassbar sind.

Wir leben in einer Zeit, die von visuellen Eindrücken erfüllt ist. Insbesondere die Kreativbranche setzt auf die optische Beeinflussung verschiedener Käuferschichten und bedient sich dabei gern verschiedener Animationstechniken, sei es für den Bildschirm oder die Leinwand.

Die Geschichte der animierten Bilder

Erfunden wurden die animierten Bilder zu einer Zeit, in der die Menschen voller Erfindergeist steckten und zahlreiche wegweisende Innovationen vorgestellt wurden. Erste animierte Bildfolgen konnten schon im 17. Jahrhundert mit einer sogenannten Laterna Magica präsentiert werden. Das Ganze funktionierte mit wenig Technik, denn die Bilder wurden manuell auf Glasplatten gemalt und dann mit einer Art Projektor an die Wand geworfen, die Bildfolge entstand aufgrund manueller Bewegung.

Diese manuelle Bewegung wurde nach einer Erfindung aus den 1830er Jahren von einem Rad übergenommen, was den Vorgang entscheidend erleichterte. Die sogenannten „Lebensräder“ erfanden mehrere Menschen in verschiedenen Ländern gleichzeitig, die Zeit war offenbar reif dafür. Um die Bilder wirklich zum Laufen zu bringen, musste zunächst erkannt werden, dass zwischen den aufeinanderfolgenden Bildern eine Dunkelphase liegen sollte. Diese Phase braucht das Auge um die Einzelbilder zu einer Folge zu verarbeiten. Später gelang es die Laterna Magica und das Lebensrad zu kombinieren, also die Bildfolgen des Lebensrades auch praktisch an die Wand zu projizieren.

Wirklichkeitsgetreu waren diese Animationen noch nicht, doch in der Folge verbesserten sich die Ergebnisse zusehends. 1872 montierte ein britischer Fotograf Einzelbilder eines galoppierenden Pferdes zu einem weltberühmten ersten Film. Bald darauf wurden entsprechende Kameras erfunden, um Bilder praktischerweise am laufenden Band zu fotografieren. So entwickelte sich der Kinofilm als klassische Art der Animation. Daneben entstanden immer auch Trickfilme, die mit dem Einzug der Computertechnik einen neuen Durchbruch schafften.

Computeranimationen

Seit den 1990er Jahren zeichnet sich im Filmgeschäft ein neuer Trend ab. Toy Story (1995) war der erste Kinofilm, der komplett am Computer und nicht mit der herkömmlichen Technik erstellt wurde. Schon allein dieser Film und auch die zahlreichen populären Nachfolger, die sich in der Qualität immer wieder überboten, sind ein Beleg dafür, wie mächtig Computertechnik in Kombination mit Kreativität sein kann. Hinter solchen Filmen steckt ein ganzes Team von Zeichnern und Programmierern, sie benötigen neben sehr viel Arbeitszeit enorme Speicher- und Energiekapazitäten und sind ein schönes Beispiel, was mit Enthusiasmus zu leisten ist.

Am Computer generierte Animationen funktionieren im Grunde nicht anders als auf Zelluloid gebannte Filme, nur sind sie grundsätzlich vielfältiger einsetzbar. Animationen, die für den Einsatz im Internet bestimmt sind, basieren auf derselben Grundidee, jedoch mit einem bedeutenden Unterschied – der Speicherbedarf muss geringer sein, also ist grundsätzlich eine einfachere Gestaltung nötig. Da es schwer ist die Gestaltungsmittel effektiv einzusetzen, werden in diesem Bereich entweder einfachste und billigste Formen intensiv eingesetzt oder auf ihren Einsatz wird grundsätzlich verzichtet, da gelungene Animationen recht kostenspielig sind.

Computeranimationen werden natürlich trotzdem auch in kleineren Dimensionen eingesetzt. Das braucht nicht viele Mitarbeiter und macht einen vergleichsweise geringen Aufwand. Die Technik ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass viele Arbeitsabläufe automatisiert sind und somit trotz einfacher Mittel theoretisch gute Ergebnisse erzielt werden können. Animation ist ein Handwerk, das heutzutage größtenteils virtuell, also am PC ausgeübt wird. Grundlage ist die Ausstattung mit rechenkräftiger Hard- und hochwertiger Software, die die Bilder zum Laufen bringt.

Animationen auf Websites

Insbesondere im Webdesign sollte man die Verwendung von Animationen kritisch hinterfragen. Als Homepagebetreiber muss man sich immer klar machen, dass man nicht als Einziger Angebote im Internet inseriert, auch wenn man selbst gerade sehr stark auf das eigene Angebot konzentriert ist. Der Besucher einer Website erreicht diese in der Regel über eine Verlinkung und meist als Teil eines längeren Aufenthaltes im Internet. Dort ist er einer enormen Flut unterschiedlichster visueller Reize ausgesetzt, denn eine Vielzahl von Angeboten buhlt um sein Interesse. Bei der Wahl einer Marketingstrategie darf auch der einzelne Anbieter die Masse im Netz nicht aus dem Blick verlieren, denn Animation wird oft als bemerkenswert und effektvoll, genauso oft aber auch als nervig und anstrengend empfunden.

Einige wissenschaftliche Erkenntnisse helfen bei der Umsetzung einer wirkungsvollen Strategie, zum Beispiel Erkenntnisse aus der Wahrnehmungspsychologie: Das Gesichtsfeld des Menschen unterteilt sich in zwei wesentliche Bereiche, auch wenn diese Unterteilung in der Realität des Bewusstseins nicht wahrgenommen wird. Der sogenannte zentrale Bereich ist der Bereich des Gesichtsfeldes, in dem gerade fokussiert wird. Informationen, die innerhalb dieses Bereiches liegen, werden analysiert und bewusst wahrgenommen. Daneben gibt es den peripheren, den sogenannten Randbereich, in welchem das Wahrgenommene nur unterbewusst analysiert wird. Es ist jedoch möglich, die Aufmerksamkeit in diesem Bereich zu lenken, beispielsweise durch eine Bewegung. Deshalb eignen sich Animationen, die ja grundsätzlich eine Bewegung abbilden, hervorragend, um die Aufmerksamkeit zu gewinnen. Wirken jedoch zu viele derartige Reize auf den Nutzer ein, wirkt das eher destruktiv. Der Nutzer wird das Angebot verlassen, ohne dass der gewünschte Effekt, wie zum Beispiel das Betrachten einer bestimmten Seite oder das Betätigen eines bestimmten Buttons auch wirklich erzielt wird.

Animationen in der Bannerwerbung

Trotz aller Gewöhnung an elektronische Medien wird eine Animation vom menschlichen Hirn zunächst immer als Bewegung interpretiert. Da von einer Bewegung für das „Tier“ Mensch eine potenzielle Gefahr ausgehen kann, schenkt er ihm reflexhaft seine Aufmerksamkeit. Wer auf einer Website gerade einen interessanten Artikel liest, dessen Aufmerksamkeit wird durch eine aufblinkende Werbung am Bildschirmrand von der eigentlichen Tätigkeit weggeführt. Das geschieht reflexhaft und kann nur bis zu einem bestimmten Grad und unter großer Anstrengung vom Leser unterdrückt werden, wirkt also störend auf den Lesefluss. Ob es sich nun aber tatsächlich um eine banale Störung oder eine ausgeklügelte Marketingstrategie des Anbieters handelt, hängt sehr stark vom Standpunkt des Betrachters ab- Werbebanner, vor allem Fremdbanner, zielen natürlich genau auf diesen Aspekt ab. Sie wollen die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich ziehen und zum Wechsel der Seite verlocken.

Das klappt am besten mit Hilfe sogenannter unregelmäßiger Animationen. Während ein regelmäßiges Blinken bald nicht mehr wahrgenommen wird, zieht ein unregelmäßiges Blinken die Aufmerksamkeit auf sich, es wird gleichzeitig aber auch als störend empfunden. Wer diese Mittel zu intensiv einsetzt, zieht zwar Aufmerksamkeit auf sich, vergrault jedoch gleichzeitig seine Kunden.

Überlegter ist da der Gebrauch von Animationen, wenn sich mit ihnen gleichzeitig ein Nutzwert verbindet, wenn also auch wichtige oder sinnvolle Informationen übertragen werden. Gerade Wissenserwerb ist von grundlegender Bedeutung im Netz und hinterlässt beim Nutzer einen seriösen Eindruck.

Handgezeichnete Animationen

Wer Wert auf besonders charakterstarke Darstellungen legt, kann anstelle einer am Computer generierten Darstellung, die manchmal billig, meist einfach und oft sehr kühl wirkt, auf eine handgezeichnete Animation zurückgreifen.

Trotz der revolutionären Möglichkeiten von Flashfilmen hat der intensive Gebrauch dieses Mediums zu einer deutlichen Übersättigung an sogenannten Flash-Intros geführt, sie können im Prinzip nur noch bei künstlerisch aufgeschlossenen Nutzern angewendet werden, wenn ihnen außerdem ein gewisses kreatives Potenzial eigen ist.

Ebenso verhält es sich mit jeder Art grell blinkender Buttons oder Balken. Die Tatsache, dass sich solcherart Animationen sehr einfach herstellen lassen, hat zu einem Überangebot geführt. Heute existiert im Netz ein großes Angebot von Sammlungen, die zum Teil echte Dinosaurier des Webdesigns beinhalten. So alt und hässlich diese Bestandteile auch sein mögen, man kann sich sicher sein, sie werden eine Renaissance erleben.

Uptodate ist jedoch, wer heute auf die grafischen Fähigkeiten eines echten Künstlers setzt und Teile seines Designs von Hand zeichnen lässt. Das wirkt frisch, menschlich und persönlich, und entfernt sich von der bisher im Vordergrund stehenden Kühle der Angebote.

Tatsächlich braucht es keine überwältigenden künstlerischen Fähigkeiten um eine annehmbare Animation zu erstellen, viel wichtiger ist ein Portion Witz und Kreativität, denn der Überraschungseffekt überragt die perfekte Darstellung nach wie vor, auch wenn sich immer mehr Perfektionisten auf dem Markt tummeln.

Sympathisch oder nervig?

Wie eine Animation schlussendlich auf den Nutzer wirkt, lässt sich von vornherein nur erraten oder man befragt alternativ ein Orakel. Es gibt so viele unterschiedliche Arten von Nutzerverhalten wie Menschen auf der Erde, deshalb sollte sich jeder Anbieter grundsätzlich auf Konflikte vorbereiten.

Nicht alle Nutzer werden Bannerwerbung, Flashfilme und sonstige Kreationen wunderschön und diesen Weg zum Angebot angemessen finden. Die Reaktion erfolgt prompt, der Nutzerstrom lässt sich wie gewünscht leiten oder eben nicht. Dann melden sich schnell die Kritiker zu Wort, die in Blogs, Foren oder auch per E-Mail Kontakt aufnehmen, um ihr Missfallen zum Ausdruck zu bringen. Die Zahl solcher Kritiker ist groß und gerade populärsten Produkte werden von kritischen Stimmen begleitet.

Ein Angebot, das nur im Kleinen existiert und den großen Auftritt scheut, wird durch Verwandte und Freunde häufig mit Wohlwollen bedacht und außerdem nur von Menschen genutzt, die wirklich ein Interesse daran haben. Wird das Angebot populärer und von zahlreichen Nutzern hinterfragt, stellen Kritiker Lücken und Fehler fest oder kritisieren aufgrund subjektiver Empfindungen. Auf solcherlei Kritik sollte man immer im Leben gefasst sein und sie mit Fassung ertragen. Berechtigte Kritik sollte man den eigenen Nutzern zuliebe natürlich beherzt bearbeiten.

Ein Trend führt diesbezüglich in eine ganz neue Richtung. Kritik wird nicht mehr nur im Stillen bearbeitet, sondern findet immer öfter öffentlich Beachtung und wird offensiv ausgetragen. Auch, wenn die Angst vor dem König Kunde in vielen Köpfen groß ist, sorgt diese Strategie doch für die nötige Portion Echtheit um sich von Wettbewerbern zu unterscheiden.

Gekauft oder gratis?

Wer, egal ob privat oder beruflich, auf seiner Website mit Animationen arbeiten möchte, sollte sich zunächst einige grundlegende Gedanken über die Wirkung der Seite machen. Der Einsatz von Werbemitteln jedweder Art hängt nicht von persönlichem Geschmack oder persönlichen Interessen ab, sondern natürlich vom Kreis der zu erreichenden Kunden und vom zu verkaufenden Produkt ab. Wer ein privates Blog oder eine private Website führt, kann natürlich nach eigenem Gutdünken mit den Lieblingsanimationen hantieren, er ist auf den stetigen Besucherstrom nicht angewiesen.

Wenn sie nicht der Werbung dienen, macht der Einsatz von Animationen meist keinen Sinn. Sie haben auf Webseiten in der Regel nur einen sehr begrenzten Unterhaltungswert. Bei Verwendung sollte man also darauf achten, nur kleine und besonders ausgewählte Exemplare zu verwenden, die einen gewissen Unterhaltungswert haben und die Aufmerksamkeit des Betrachters nicht stören.

Animationen können sehr raffiniert und ausgeklügelt sein, dann kosten sie meist jedoch eine beträchtliche Geldsumme. Gratisanimationen hingegen sind in der Regel minderwertiger Natur und nur für private Homepages geeignet, wobei sich der Sinn ihres Einsatzes meist nicht erschließt, da sie vom Inhalt in der Regel eher ablenken. Auch beim Einsatz bezahlter Animationen sollte man vorsichtig sein, wirken sie auf den Nutzer doch nicht minder beeinflussend und werden schnell als störend empfunden.

Als Anbieter hat man verschiedene Möglichkeit die Aufmerksamkeit der Anwender auf das eigene Angebot zu lenken. Dazu gehören natürlich Animationen, man sollte darüber hinaus jedoch weitere Mittel in Erwägung ziehen. Die Verwendung von Schlüsselwörtern, kontrastreichen Darstellungen und farbliche Markierungen erzielen ebenso Aufmerksamkeit, ohne zu verschrecken und zu verstören.